Sichere Autos schützten bei Unfall

Ob gross oder klein: Neuwagen bieten guten Insassenschutz

Wer heute in der Schweiz ein neues Auto kauft, kann davon ausgehen, dass der Insassenschutz gut oder sogar sehr gut ist. Zu verdanken ist dies der Weiterentwicklung von wichtigen Sicherheitselementen wie der Sicherheitszelle oder den Airbags. Dazu beigetragen hat auch der Druck der Konsumentenschutztests auf die Automobilindustrie. Anders als früher ist Insassensicherheit heute auch nicht mehr nur eine Frage der Klasse. Beim Sicherheitstest von Euro NCAP erreichen kleine Autos gleich gute Bewertungen wie Fahrzeuge der Mittelklasse oder Geländewagen.

Wie funktioniert Insassenschutz?

Damit die Insassen bei einem Unfall gut geschützt sind, braucht es eine stabile Fahrgastzelle, Rückhaltesysteme für Erwachsene und Kinder, Airbags, aber auch die Kopfstütze. Der Fahrgastraum muss so stabil sein, dass er nicht eingedrückt wird und dass keine gefährlichen Gegenstände (Motor, Strassenlaterne etc.) eindringen können. Gleichzeitig sorgt eine nachgiebige Fahrzeugstruktur dafür, dass die Energie beim Aufprall möglichst langsam abgebaut wird. In 50 km/h steckt weit mehr Energie, als viele denken: Die Wucht bei einem Aufprall ist gleich gross, wie wenn das Auto aus zehn Meter Höhe auf den Asphalt stürzen würde.

Die Fahrzeuge werden immer stabiler, aber der Mensch bleibt verletzlich

Auch wenn die Autos immer mehr einstecken können, die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit bleiben konstant. Das heisst, auch ein Fünfstern-Auto macht die Insassen noch lange nicht unverwundbar. Und Achtung: Die guten Testresultate von Euro NCAP beziehen sich auf Crashtests bei 64 km/h und setzen voraus, dass alle Insassen mit Gurten korrekt gesichert sind, Kleinkinder also mit Kindersitzen. Bereits ab Geschwindigkeiten von 70 km/h sinken die Überlebenschancen rasant. Bei Seitenkollisionen liegt die heikle Grenze schon bei 50 km/h. Mit zunehmender Geschwindigkeit nimmt nicht nur die Bewegungsenergie im Quadrat zu, auch die Unfallfolgen verschlimmern sich überproportional. Fahren mit angepasster Geschwindigkeit ist deshalb der wirksamste Insassenschutz. Zudem kann auch bei deutlich tieferen Tempi tödliche Gefahr drohen: Zum Beispiel wenn auf den Sicherheitsgurt verzichtet wird.

Fussgänger und Velofahrer

Ein Kind, das unerwartet auf die Strasse läuft ... Wenn es zu einem Unfall kommt, entscheidet unter anderem die Front des Autos darüber, ob und wie schwer das Kind verletzt wird. Beim Zusammenprall mit einem Auto haben Fussgängerinnen und Fussgänger nur dann gute Chancen, mehr oder weniger heil davon zu kommen, wenn es sich um einen «Softie» handelt: ein Fahrzeug, dessen Front an wichtigen Punkten nachgibt. Während Autoinsassen immer besseren Schutz geniessen, wurde der Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern beim Autobau jahrzehntelang vernachlässigt. Die glücklicherweise existierenden Ausnahmen zeigen: Guter Insassenschutz und guter Fussgängerschutz schliessen sich nicht aus. Wählen Sie ein Auto, das Sie, aber im Fall der Fälle auch den Fussgänger und die Velofahrerin optimal schützt.

Wie funktioniert Fussgängerschutz?

Die Front muss so «weich» gestaltet sein, dass das Verletzungsrisiko bei Kindern und Erwachsenen reduziert wird. Die vordere Stossstange, die Motorhaube und die Kotflügel sind so konzipiert, dass sie die Aufprallenergie absorbieren und keine Kanten aufweisen. Nachgiebige Stossstangen, Scheibenwischer mit definierten Sollbruchstellen, besonders weiche Aufhängungen der Kotflügel und eine breite Pufferzone unter dem nachgiebigen Motorhaubenblech können Fussgängerinnen und Fussgängern bzw. Velofahrenden, die vom Auto erfasst werden, das Leben retten. Prallt ein Fussgänger bei 40 km/h (Testverfahren) auf, muss das Kühlerhaubenblech ca. 90 Millimeter nachgeben können, um lebensbedrohliche Verletzungen zu vermeiden – dies kann entweder passiv, durch entsprechenden Abstand des Motors zur Motorhaube oder aktiv, durch die aktive Anhebung der Motorhaube bei Kollision gewährleistet werden. Noch besser als eine Knautschzone schützen Aussenairbags. Notbremsassistenten mit Fussgänger- und Velofahrererkennung können Unfälle ganz vermeiden und sind daher besonders empfehlenswert.

Beim Testverfahren von Euro NCAP wird die Sicherheit von Velofahrenden nicht explizit getestet. Allerdings lässt die Bewertung des Fussgängerschutzes auch auf das Sicherheitsniveau von Velofahrenden schliessen, da hier die gleichen Kriterien von Bedeutung sind.